Was Bewerber:innen sich wirklich wünschen – und wie Vermittlung das erfüllen kann
Teil der Studienreihe „Marktpotenzial AVGS“
Dieser Beitrag ist Teil der Studienreihe von AVP Berlin und dem BIFI – Berliner Institut for Innovation.
Im Fokus: Was Arbeitssuchende an der Zusammenarbeit mit privaten Arbeitsvermittler:innen schätzen – und was sie davon abhält, Unterstützung anzunehmen.
Mehr als nur Jobvorschläge
Viele Arbeitssuchende wünschen sich von einer Vermittlung mehr als eine Liste offener Stellen.
Sie wollen verstanden werden – als Menschen mit Erfahrungen, Kompetenzen und Zielen.
Die Studie zeigt deutlich: Erfolg entsteht dort, wo Beziehung und Ergebnis zusammenkommen.
Vier Dinge, die wirklich zählen
- Ein persönliches Erstgespräch
Es schafft Vertrauen und Orientierung. Arbeitssuchende wollen ernst genommen werden, nicht als „Fallnummer“ auftauchen. Ein echter Dialog ist der entscheidende Einstieg. - Schnelle, nachvollziehbare Abläufe
Lange Wartezeiten und unklare Zuständigkeiten demotivieren. Geschwindigkeit signalisiert Interesse – und sorgt dafür, dass Motivation nicht verpufft. - Zugang zum verdeckten Arbeitsmarkt
Bewerber:innen wissen, dass viele Jobs nie ausgeschrieben werden. Wer hier Türen öffnen kann, bietet echten Mehrwert. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich Menschen an private Vermittler wenden. - Direkter Kontakt zu Unternehmen
Statt anonymer Bewerbungen wünschen sich viele den direkten Draht – auch, um Rückmeldung zu erhalten und nicht im System zu verschwinden.
Was weniger wichtig ist
Überraschend:
Digitale Tools, Bewerbungs-Apps oder automatisierte Matching-Systeme spielen für Arbeitssuchende eine untergeordnete Rolle.
Sie gelten als nützlich, aber nicht ausschlaggebend.
Entscheidend ist nicht die Plattform – sondern die Person dahinter.
Der Trend zur Digitalisierung kann den Prozess effizienter machen, ersetzt aber nicht das Bedürfnis nach persönlicher Begleitung.
Erwartungen an Vermittler:innen
Die Befragten formulierten klare Vorstellungen davon, wie eine gute Vermittlung aussehen sollte:
- Ehrlichkeit statt Schönreden
- Verbindlichkeit bei Terminen und Zusagen
- Realistische Einschätzung der Chancen
- Wertschätzung auch bei schwierigen Profilen
Wer diese Grundhaltung zeigt, baut Vertrauen auf – und wird weiterempfohlen.
Fehlende Transparenz als Hemmfaktor
Viele Teilnehmende gaben an, sie hätten unsichere Erwartungen, was eine private Vermittlung konkret leistet.
Ein Teil hält Vermittler:innen für „bezahlte Bewerbungscoaches“, andere vermuten ein reines Profitmodell.
Diese Unklarheit führt zu Zurückhaltung.
Hier liegt eine zentrale Aufgabe: klare Kommunikation des Nutzens.
Wenn Menschen verstehen, dass die Vermittlung kostenfrei (über den AVGS) und zielgerichtet ist, steigt die Bereitschaft zur Teilnahme deutlich.
Fazit
Bewerber:innen wollen keine Verwaltung, sondern Bewegung.
Sie erwarten Ehrlichkeit, Tempo und greifbare Ergebnisse – keine Formulare und Phrasen.
Private Arbeitsvermittlung kann diesen Anspruch erfüllen, wenn sie die Perspektive der Bewerber:innen konsequent in den Mittelpunkt stellt.
Wer Menschen ernst nimmt, vermittelt erfolgreicher.
Das ist keine Emotion – das ist Marktfaktor.
Nächster Artikel der Serie:
„Kostenfrei zum neuen Job – warum der Vermittlungsgutschein trotzdem kaum bekannt ist.“
Berlin, 15.03.2026

