Was Bewerber:innen sich wirklich wünschen – und wie Vermittlung das erfüllen kann

Teil der Studienreihe „Marktpotenzial AVGS“

Dieser Beitrag ist Teil der Studienreihe von AVP Berlin und dem BIFI – Berliner Institut for Innovation

Im Fokus: Was Arbeitssuchende an der Zusammenarbeit mit privaten Arbeitsvermittler:innen schätzen – und was sie davon abhält, Unterstützung anzunehmen.

Mehr als nur Jobvorschläge

Viele Arbeitssuchende wünschen sich von einer Vermittlung mehr als eine Liste offener Stellen.
Sie wollen verstanden werden – als Menschen mit Erfahrungen, Kompetenzen und Zielen.
Die Studie zeigt deutlich: Erfolg entsteht dort, wo Beziehung und Ergebnis zusammenkommen.

Vier Dinge, die wirklich zählen

  1. Ein persönliches Erstgespräch
    Es schafft Vertrauen und Orientierung. Arbeitssuchende wollen ernst genommen werden, nicht als „Fallnummer“ auftauchen. Ein echter Dialog ist der entscheidende Einstieg.
  2. Schnelle, nachvollziehbare Abläufe
    Lange Wartezeiten und unklare Zuständigkeiten demotivieren. Geschwindigkeit signalisiert Interesse – und sorgt dafür, dass Motivation nicht verpufft.
  3. Zugang zum verdeckten Arbeitsmarkt
    Bewerber:innen wissen, dass viele Jobs nie ausgeschrieben werden. Wer hier Türen öffnen kann, bietet echten Mehrwert. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich Menschen an private Vermittler wenden.
  4. Direkter Kontakt zu Unternehmen
    Statt anonymer Bewerbungen wünschen sich viele den direkten Draht – auch, um Rückmeldung zu erhalten und nicht im System zu verschwinden.

Was weniger wichtig ist

Überraschend:
Digitale Tools, Bewerbungs-Apps oder automatisierte Matching-Systeme spielen für Arbeitssuchende eine untergeordnete Rolle.
Sie gelten als nützlich, aber nicht ausschlaggebend.

Entscheidend ist nicht die Plattform – sondern die Person dahinter.

Der Trend zur Digitalisierung kann den Prozess effizienter machen, ersetzt aber nicht das Bedürfnis nach persönlicher Begleitung.

Erwartungen an Vermittler:innen

Die Befragten formulierten klare Vorstellungen davon, wie eine gute Vermittlung aussehen sollte:

  • Ehrlichkeit statt Schönreden
  • Verbindlichkeit bei Terminen und Zusagen
  • Realistische Einschätzung der Chancen
  • Wertschätzung auch bei schwierigen Profilen

Wer diese Grundhaltung zeigt, baut Vertrauen auf – und wird weiterempfohlen.

Fehlende Transparenz als Hemmfaktor

Viele Teilnehmende gaben an, sie hätten unsichere Erwartungen, was eine private Vermittlung konkret leistet.
Ein Teil hält Vermittler:innen für „bezahlte Bewerbungscoaches“, andere vermuten ein reines Profitmodell.
Diese Unklarheit führt zu Zurückhaltung.

Hier liegt eine zentrale Aufgabe: klare Kommunikation des Nutzens.
Wenn Menschen verstehen, dass die Vermittlung kostenfrei (über den AVGS) und zielgerichtet ist, steigt die Bereitschaft zur Teilnahme deutlich.

Fazit

Bewerber:innen wollen keine Verwaltung, sondern Bewegung.
Sie erwarten Ehrlichkeit, Tempo und greifbare Ergebnisse – keine Formulare und Phrasen.
Private Arbeitsvermittlung kann diesen Anspruch erfüllen, wenn sie die Perspektive der Bewerber:innen konsequent in den Mittelpunkt stellt.

Wer Menschen ernst nimmt, vermittelt erfolgreicher.
Das ist keine Emotion – das ist Marktfaktor.

Nächster Artikel der Serie:
„Kostenfrei zum neuen Job – warum der Vermittlungsgutschein trotzdem kaum bekannt ist.“

Berlin, 15.03.2026